Corporate Governance bei Start-up Unternehmen: „How can advisory boards or supervisor boards add value to young companies“

Gemeinsame Veranstaltung von ArMiD und Deutsche Börse Venture Network  im Rahmen der „Rooftop Talks“ im FinTech-Hub der Deutschen Börse ein voller Erfolg

 

Die gemeinsame Veranstaltung von ArMiD (Aufsichtsräte Mittelstand in Deutschland) und Deutsche Börse Venture Networks im Rahmen der „Rooftop Talks“ im FinTech-Hub der Deutschen Börse am 11. Oktober war mit etwa 75 Teilnehmern sehr gut besucht. Anwesend waren sowohl Start-up Unternehmer, Investoren, Business Angel, als auch Mitglieder der Aufsichtsratsplattform ArMiD. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Yassin Hankir (Mitgründer des FinTech Unternehmens „savedroid“), Dr. Stefan Reineck (Investor, Mitglied eines Business Angel Netzwerks und Aufsichtsrat in mehreren Unternehmen), Florian Nöll (Start-up Unternehmer und Gründer des „Bundesverbandes Deutsche Start-ups“) und Prof. Joachim Schindler (Mitglied in mehreren Aufsichtsräten, u.a. „Rocket Internet“) wurde das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Moderiert wurde die Diskussion von Volker Potthoff, Vorstandsvorsitzender von ArMiD.

Zu Beginn wurde erörtert, welche Steuerungsstruktur für junge Unternehmen passend ist und ob man sich überhaupt von Dritten reinreden lassen will oder soll. Einigkeit bestand darin, dass diese Frage stark von der Unternehmensphase sowie den Eigentumsverhältnissen abhängt. So sind die Unternehmensgründer in der frühen Phase vor allen Dingen an „Sparrings Partnern“ interessiert, die ihnen aufgrund von unternehmerischer Erfahrung und ihres Netzwerkes zur Seite stehen können. Das kann formlos durch Business Angels aber auch in der Struktur eines ausschließlich beratenden Beirats erfolgen. Auf Seiten der Start-up Unternehmer sollte in jedem Fall der kreative Freiraum möglichst wenig eingeschränkt werden. Je weiter der Entwicklungsprozess gediehen ist und auch externe Investoren hinzukommen, umso mehr sei mit Anforderungen, wie Berichterstattung und Zustimmungserfordernissen zu rechnen. Allerdings wiesen die Podiumsteilnehmer deutlich darauf hin, nicht zu restriktiv in die Unternehmenssteuerung einzugreifen, da die Geschäftsführer mit vielen operativen Themen beschäftigt seien und keinesfalls ihre Motivation verlieren dürften. So war der Apell heraus zu hören, Institutionelle Investoren, wie z.B. Venture Capital, sollten erhebliches Vertrauen in das Management durch die Gründer mitbringen.

Wenn eine Inanspruchnahme des öffentlichen Kapitalmarkts in Frage kommt, sei eine frühe Beschäftigung mit den Anforderungen durch Aufsichtsräte sinnvoll. Dann rücke die Aufsichtsfunktion mehr und mehr in den Vordergrund. Von Seiten der Start-up Unternehmen wurde betont, dass man auf die Auswahl von Beirats- und Aufsichtsratsmitgliedern Einfluss haben wolle. Entscheidend sei aber vor allem eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Unternehmern und Aufsichts- bzw. Beiräten. Aus dem Publikum wurde darauf erwidert, dass ein Beirat oder Aufsichtsrat aber auch Zähne zeigen müsse, wenn das Unternehmen in eine schwierige Situation gelange. Schmusekurs sei dann unangebracht.

Interesse wurde von allen Seiten an die Verknüpfung von Netzwerken zwischen Start-up Unternehmen und Aufsichtsrats-Plattformen, wie ArMiD, artikuliert. Den Dialog jedenfalls wollen – so Florian Nöll und Volker Potthoff – die beiden Verbände Bundesverband Deutsche Start-ups und ArMiD fortsetzen.