Aufsichtsräte im Dialog am 13.11.2017 – „Das Kompetenzprofil des Aufsichtsrates“

Am Montag, den 13. November 2017, fand nun schon zum 16ten Mal das ArMiD-Forum „Aufsichtsräte im Dialog“ statt: Zum ersten Mal im neuen Gebäude der Frankfurt School of Finance & Management. Mit über 80 Teilnehmern war Aufsichtsräte im Dialog zum wiederholten Male, bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Nach den Begrüßungen durch die Gastgeber Dr. Klaus Weigel (Vorstand von ArMiD) und Prof. Dr. Nils Stieglitz (Professor für Strategic Management und Leiter des Management Department der FSoF, hielt Dr. Alexander von Preen (Geschäftsleitung Kienbaum) einen Impulsvortrag über die modernen Anforderungen an das Kompetenzprofil von Aufsichtsräten. Er unterstrich hierin, dass die Auswahl der Aufsichtsräte wesentlich vom Geschäftsmodell und den strategischen Herausforderungen des Unternehmens abhängen.

Wie üblich schloss sich dem Vortrag eine intensive Diskussionsrunde an den einzelnen Tischen an, die mit zusammenfassenden Vorträgen aus den Gruppen, zu einem regen Austausch und folgendem Resümee führten: Die Prozesse für die Auswahl von Aufsichtsräten bei familiengeführten Unternehmen unterscheiden sich aufgrund der direkteren Involvierung der Familiengesellschafter erheblich von denen kapitalmarktorientierter Unternehmen. Eine spannende Diskussion ergab sich bei der Frage, welche Anforderungsprofile für die Besetzung eines Aufsichtsrats im Vordergrund stehen sollten – klassische fachliche Kompetenzen/Soft-Skills/Quereinsteiger aus anderen Branchen etc.

Im Anschluss an die erste Gesprächsrunde wechselten die Teilnehmer in die sogenannte Fish-bowl, ein Diskussionsformat bei dem alle Teilnehmer im Kreis um die Podiumsteilnehmer (Volker Potthoff, Vorstandsvorsitzender von ArMiD, Dr. Alexander von Preen, Klaus Jaenecke, u.a. Aufsichtsratsvorsitzender von Hans-Grohe und Dr. Alexander Juschus, General Manager von IVOX GLASS LEWIS), Platz nehmen, und gemeinsam mit den Podiumsteilnehmern diskutieren.

Hier wurde zunächst über die wesentlichen Bedürfnisse von Investoren gesprochen: Die Wichtigkeit von Transparenz und Informationsfluss über die Zusammensetzung von Aufsichtsräten gegenüber den Investoren wurde unterstrichen. Hier sind Diversifizierung und Unabhängigkeit von Bedeutung.

Folgende vier Punkte wurden als Resümee festgehalten:

  1. Flexibilität: Kürzere Amtsperioden und gestaffelte Aufsichtsratsbestellungen („staggered board“) sollten bei kapitalmarktorientierten Unternehmen stärker diskutiert werden.
  2. Überprüfbarkeit: Abseits von Effizienzprüfungen sollte der Wertbeitrag von Aufsichtsräten zum Unternehmenserfolg definiert und überprüft werden.
  3. Aufbrechen verkrusteter Strukturen: Mehr Querdenker und branchenfremde Mitglieder im Aufsichtsrat (gerade bezüglich neuer Geschäftsmodelle und Digitalisierung) sind nötig.
  4. Transparenz bei der Besetzung: Mehr Informationen über die Profile der Aufsichtsräte durch detaillierte Lebensläufe, die die einschlägigen Erfahrungen und Erfolge der Kandidaten beschreiben, sind wünschenswert.